Ich im Netz, die Folgen der Selbstdarstellung – und wie soziale Netzwerke mit Userinhalten umgehen

By Curious About, 11. Januar 2016

Der SWR 2 Beitrag Ich im Netz beschreibt wie Jugendliche sich im Netz präsentieren, ohne um die Gefahren zu wissen, die mit Plattformen wie Youtube oder Younow verbunden sein könnten.

«YouTube ist in, Fernsehen ist out. Und zwar komplett. Die Jugendlichen haben ihre eigenen medialen Plattformen und sozialen Netzwerke. Bewertet und belohnt werden sie von Zuschauern, die sie nicht kennen. Und ohne um die Gefahren zu wissen, die mit diesem Livestreaming verbunden sein könnten. Eltern und Pädagogen sind häufig ratlos. Wie gefährlich ist die neue Selbstdarstellung?»

Teil des Beitrages ist auch eine Beschreibung über die Geschäftsgebaren von Facebook bezüglich User-Inhalten. Diese werden anhand eines Beispiels erklärt:

Ein Vorfall war eine Familie, der Vater war bei Facebook, die waren im Sommerurlaub in Spanien gewesen. Nach dem Sommerurlaub hatte der Vater in einem geschützten Ordner für die Verwandten einige der Urlaubsfotos hochgeladen. Im darauffolgenden Winterurlaub war die Familie zum Skifahren in Tschechien, und als sie durch Tschechien fuhren, sahen sie auf einmal auf einem Werbeplakat einer tschechischen Reisebüroagentur ein Foto der Mutter mit den beiden Töchtern am Strand.

Auf Nachfrage bei der Bildagentur erfuhr der Vater, dass die Agentur das Foto von Facebook erworben hat. Zwar gilt dies derzeit nur für das Ausland, da ein Gerichtsurteil die Nutzung innerhalb Deutschlands untersagt. Trotzdem ist es aber Teil einer gigantischen juristischen Grauzone, die die Nutzung von Fotos im Netz darstellt. Doch es handelt sich keineswegs nur um das Abtreten der Verwertungsrechte der User, auf dem die Sozialen Netzwerke hier bestehen, sondern um eine umfassende Erhebung biometrischer Daten, die zu allem möglichen genutzt werden kann.

Facebook (und viele andere Netzwerke) archivieren die Fotos, auch wenn die User sie schon längst wieder gelöscht haben. Mittels Gesichtserkennungs-Software sind die Netzwerke in der Lage, die abgebildeten Personen zu identifizieren. Jedes hochgeladene Foto einer Person ermöglicht so eine exakte Lokalisierung derselben, obwohl diese keine Einwilligung gegeben hat.

Denn seit Januar 2015 ist eine technische Neuerung aktiv: Ein so genannter Tracking-Cookie registriert alle Aktivitäten des Users im Internet und übermittelt sie an Facebook. Damit wird das gesamte Surf-Verhalten der User transparent und gespeichert. Auch auf Internetseiten, die mit Facebook gar nichts zu tun haben.

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Bild: Wheeler Cowperthwaite CC BY 2.0